johannesCharlotte
Sonntag, 25. November 2007
Wahnsinn: Dirt Race
Mein bisheriges Highlight hier war der Besuch eines Dirt Race. Da ich in Deutschland schon seit einiger Zeit Stock Car fahre, musste ich mir unbedingt so ein Rennen anschauen. Von dieser Idee nicht abgeneigt waren auch Dorit, Agnes, Christian und Florian und so fuhren wir am Samstag auf den Lowes Motorspeedway. Jeder hatte so seine Bedenken, was man dort erwarten kann. Immerhin hatte das Programm vorgesehen, dass die Rennen von 4.00Uhr bis 22:30Uhr gehen. Wenn Agnes und Christian, unsere fast schon Amerikaner (sind schon über ein Jahr hier) nicht dabei gewesen wären, wäre es nur halb so lustig geworden. Wir staunten nämlich nicht schlecht, als sie vom Auto Klappstühle in den amerikanischen Flaggen und etliches Essen auspackten. Im Amiland ist es üblich, dass vor solchen Events auf dem Parkplatz gegessen, gegrillt und vor allem getrunken wird. So haben wir auf dem Parkplatz uns fast wie richtige Rednecks („amerikanischer Dorftrottel“) aufgeführt.

Währendessen waren schon teilweise Vorrundenrennen, so dass wir von weitem schon erahnen konnten welcher Lautstärkepegel uns erst auf der Tribüne erwarten wird. Drinnen angekommen konnten wir zunächst die für die USA typische Begrüßung der Fahrer und Zuschauer ansehen: Erst liefen Fahnenträger mit den Fahnen der jeweiligen Fahrer ein, danach wurde die amerikanische Nationalhymne auf einer Trompete gespielt und zu guter letzt kam noch ein Grußwort seitens des Militärs. Damit aber nicht genug, sondern sie schickten auch gleich noch ein Militärflugzeug im Tiefflug über das Renngelände. Teilweise sehr beeindruckend, welche Stille auch vor allem während der Nationalhymne herrschte. Auf der anderen Seite kann man sich auch wieder denken: „Die Amis haben einfach einen an der Kl...“

Jedenfalls kann ich für mich sagen, dass es sehr beeindruckend gewesen ist, so was mal live gesehen zu haben.
Nun mal zum eigenem Rennen: Da ich ja selbst Stock Car fahre, hatte ich vor dem Rennen eigentlich die Einstellung: Mal schauen was die Amis so zu Stande bringen auf losem, also nicht geteertem Untergrund. Also ich dachte eher daran, dass sie langsamer unterwegs sein werden als ich es von Deutschland kannte. Ich staunte aber nicht schlecht, als die Jungs in ihren Kisten das erste Mal einen fliegenden Start hinlegten. Diese Geräte gingen ab wie Schmidts Katze...Hammer. Noch beeindruckender war eigentlich die Fahrt in den Steilkurven. Fast ohne zu bremsen sind sie dort im Drift reingebrettert. Sie fuhren auf einem Ovalkurs links herum, so dass das linke vordere Rad meist keinen Bodenkontakt mehr hatte. Ich war echt ziemlich baff. Naja als Motorsportbegeisteter musste ich natürlich so ein Auto auch von der Nähe sehen. Wir saßen zwar ziemlich weit vorne und hatten perfekten Blick auf die Bahn, doch technische Details konnte man dabei auch nicht sehen. Das gute war, dass die Fahrzeuge an der Tribüne vor uns vorbei fuhren, wenn sie in die Rennbahn wollten. Dort konnte ich zwar sehen, welcher Motor verbaut ist, aber das reichte mir noch nicht, so dass ich in einer Pause versuchte ins Fahrerlager zu kommen, um mir die Autos in aller Ruhe anschauen zu können. Nachdem ich einige Leute gefragt habe, hatte ich es tatsächlich geschafft dort hin zu kommen. Dort unterhielt mich dann auch gleich mit einem Besitzer eines solchen Fahrzeugs, der mich dann gleich mal aufklärte was hier so abgeht. Die Fahrzeuge haben mindestens 800hp (fast 1:1 in P.S)!! Da verstand ich auch warum die so abgehen. Er selbst gibt „nur“ 100.000 $ im Jahr aus und arbeitet als Ingenieur in irgendeiner Firma. Das Budget bei manchen Teams liegt aber auch bei 800.000 $. Das Equipment eines solchen Amateurteams war auch sehr umfangsreich. Sie hatten alle einen eigenen Truck mit Werkstatt und Ersatzteilen. Nur als Beispiel die Anzahl einiger verschiedenen Ersatzteile, die sich in einem einzigem Truck befanden: 20 verschiedene Reifen, 20 Stoßdämpfer oder auch etliche Karosserieteile. Für ein Hobby fand ich des schon ziemlich krass.
Die ganze Veranstaltung wurde mit einem 50 Runden Rennen mit ca. 40 Fahrzeugen und einem Feuerwerk beendet.
Alles in allem ein sehr gelungener Abend.

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Letzte Aktualisierung: 2007.11.25, 07:50
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